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Wenn Sie sich für Astrologie, akribisch geplante Vergeltung und Geschichten begeistern können, die man nicht mehr aus der Hand legen will, dann sind Sie hier richtig:

 

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Gibt es Sternzeichen in der Astrologie?

 

Diese Frage wird manchen verwundern, denn sind Sternzeichen nicht DER Dreh- und Angelpunkt für den Astrologen? Wenn wir es genau nehmen - und das wollen wir an dieser Stelle tun: Nein. Denn die Bezeichnung Sternzeichen ist nicht korrekt. Richtig ist: Tierkreiszeichen.

 

Der Begriff Sternzeichen ist weit verbreitet und wird natürlich verstanden. Überall, wo es um Horoskope und Astrologie geht, ist die Rede davon. Selbst renommierte Autoren verwenden ihn. Was steckt jedoch hinter der eingangs gestellten Frage?

 

Gehen wir 2500 Jahre zurück. Die Hochkultur der Babylonier verstand viel von den Himmelsläufen. Astronomisch und mathematisch auf der Höhe, studierten sie das, was sich am nächtlichen Himmelszelt beobachten ließ, um Einblick in menschliches bzw. staatliches Schicksal zu bekommen. Mit der Zeit entwickelten sie ein System, diese Himmelsschau für den menschlichen Geist fassbar zu machen.

 

Dabei entstand auch das, was wir Tierkreis nennen. Es ist eine idealisierte Darstellung der Ekliptik, d.h. der scheinbaren Sonnenbahn um die Erde. Von unserem Planeten aus beobachtet, berührt die Sonne auf ihrem Jahresgang durch den Fixsternhimmel verschiedene Sternengruppen. Heute teilt man diesen Kreis in zwölf gleichgroße Abschnitte. Sie sind benannt nach den Sternbilder, die überwiegend im jeweiligen Abschnitt lagen, als die Babylonier die Struktur für sich entdeckten. So wurden die Sternbilder namensgebend für die Tierkreiszeichen und damals dachte man auch, das die Sternbilder für die beobachteten, astrologischen Auswirkungen verantwortlich wären.

 

Tropischer und siderischer Tierkreis

 

Viele denken das heute noch, aber zu Unrecht. Die Tierkreiszeichen haben nämlich nichts mit den Sternbildern zu tun, weshalb die entsprechenden Fixsterne keine Rolle spielen. Das wissen Astrologen schon ungefähr 2000 Jahre, denn der Tierkreis, den wir in der westlichen Astrologie verwenden, verschiebt sich gegenüber dem Fixsternhintergrund jedes Jahr ein bisschen, so dass sich der Abschnitt auf der Ekliptik, die wir z.B. Widder nennen, mittlerweile weit weg ist vom namensgleichen Sternbild.

 

Zu den Zeiten der alten Babylonier jedoch waren sie noch deckungsgleich. Woran liegt das? Der Anfangspunkt des tropischen Tierkreises, mit dem wir in unserem Kulturkreis arbeiten, ist astronomisch genau definiert: Er ist identisch mit dem Frühlingspunkt, dem Punkt exakter Tag- und Nachtgleiche im aufstrebenden Zyklus der Sonne. Sein Pendant ist der Herbstpunkt, aber da werden die Tage kürzer, die Sonne steht immer tiefer. Astronomisch ist der Frühlingspunkt definiert als Schnittpunkt der Ekliptik mit dem Erdäquator - deshalb heißt der so bestimmte Tierkreis auch tropisch. Es gibt noch einen anderen, den wir siderischen Tierkreis nennen. Dieser orientiert sich an den Fixsternen. In der vedischen Astrologie (Indien) findet er bis auf den heutigen Tag Anwendung.

  

Taumelnd ins Wassermannzeitalter

  

Besagter Frühlingspunkt, der dem Anfang und damit 0 Grad Widder des tropischen Tierkreises entspricht, bewegt sich relativ zu den Fixsternen rückwärts durch den Tierkreis. Das ist deshalb so, weil die Längstachse unseres Planeten aufgrund von verschiedenen Gravitationseinflüssen ein langsame Taumelbewegung um sich selbst ausführt. In ca. 26.000 Jahren hat sie eine komplette Umdrehung vollbracht. Diese Zeitmenge wird auch als Kosmisches oder Platonisches Jahr bezeichnet.

 

Ein Zwölftel davon, also gut 2000 Jahre, wird folgerichtig Kosmischer Monat genannt. Diese Zeitabschnitte, so fanden die Theosophen des 19. Jahrhunderts, findet man auch als Kulturperioden der Menschheit wieder, weshalb sie die Theorie von den Zeitaltern formulierten. In der Periode zum Beispiel, in der das Christentum dominiert, befindet sich der Frühlingspunkt im Abschnitt des Sternbildes Fische, dessen Themen astrologisch mit dem Kern des Christentums harmonieren. Auch war das Symbol der Urchristen ein Fisch, entsprechend des im Original rückwärts gelesenen Namens ihres Religionsstifters.

 

Der Frühlingspunkt ist mittlerweile in die Nähe des Sternbildes Wassermann vorgerückt, weshalb viele das Zeitalter des Wassermanns für eingeläutet halten - Stichwort: New Age. Über den genauen Beginn streitet man sich allerdings, ebenso wie über die Inhalte. Das Schöne und Dumme an unseren astrologischen Symbolen ist nämlich, dass sie einerseits wesenhaft eindeutig sind, aber in ihren möglichen Ausdrucksformen sehr vielgestaltig. So freut sich der eine im Wassermannzeitalter schon auf das spirituelle Erwachsenwerden der Menschheit, während die anderen sich vor der zumehnenden Gefühlskälte, Isolierung und Technisierung fürchten.

(Wir freuen uns über Ihre Anmerkungen zu diesem Beitrag in unserem Gästebuch!)

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